Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Abteilung für Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ursachen des unerfüllten Kinderwunsches - Das Erstgespräch und erste Untersuchungen

Von einem unerfüllten Kinderwunsch spricht man, wenn bei einem Paar nach einem Jahr oder länger noch keine Schwangerschaft eingetreten ist. In solchen Fällen ist es sinnvoll, nach den Ursachen für die ausbleibende Schwangerschaft zu suchen. Gibt es zusätzliche Anhaltspunkte für eine Einschränkung der Fruchtbarkeit – z.B. durch vorangegangene Erkrankungen oder Untersuchungen – ist es ratsam, auch schon früher ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Die Entstehung einer Schwangerschaft ist und bleibt ein Wunder, für das viele fein aufeinander abgestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen, an denen Frau und Mann gleichermaßen „beteiligt“ sind. Somit sind auch die Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch mit jeweils 30-40% gleichmäßig auf Frau und Mann verteilt oder betreffen in etwa 30% beide Partner. Bei etwa 10% der Paare findet man keine Erklärung für den unerfüllten Kinderwunsch.

Die Ursachen sind wiederum sehr vielfältig und bestimmen die Möglichkeiten einer Kinderwunschbehandlung.

Dauer des unerfüllten Kinderwunsches:

Dies ist eine erste sehr wichtige Frage, bei der wir nicht nur erfahren möchten, seit wann der Kinderwunsch besteht, sondern auch erfragen, wie hoch Ihre Chancen waren, in dieser Zeit schwanger zu werden. Dazu stellen wir auch meist schon im Erstgespräch sehr intime Fragen: wie oft sie in etwa Geschlechtsverkehr haben und ob Störungen der Sexualfunktion vorliegen.

Untersuchungen bei der Frau:

Die Häufigkeit der Regelblutung und wie stark oder auch schmerzhalft eine Regelblutung ist, sind für uns sehr wichtige Hinweise. Ein Zykluskalender kann uns hilfreich sein.

Durch Hormonbestimmungen untersuchen wir die Eierstockfunktion: zum einen erkennen wir, wie viele Eizellen vorhanden sind und zum anderen, ob regelmäßig ein Eisprung stattfindet. Desweiteren untersuchen wir Hormone, die die Eierstockfunktion stören können, wenn sie nicht im Gleichgewicht sind.

Eine Ultraschalluntersuchung gibt wichtige Informationen über die inneren Geschlechtsorgane Gebärmutter und Eierstöcke.

In manchen Fällen ist es darüber hinaus sinnvoll, die Beschaffenheit der Gebärmutterhöhle genauer zu untersuchen. Dies kann durch eine Gebärmutterspiegelung erfolgen.

Manchmal ist auch eine Untersuchung der Eileiterfunktion sinnvoll und notwendig, um zu wissen, ob die Eileiter die Samenzellen zum Eierstock transportieren können – eine Voraussetzung für eine Befruchtung nach dem Eisprung –  und ob die Eileiter die befruchtete Eizelle in die Gebärmutter transportieren können – eine Voraussetzung für die Einnistung des Embryos. Dafür kann in einigen Fällen eine Ultraschalluntersuchung zur Durchgängigkeit der Eileiter (Hysterokontrastsonografie „HyKoSo“) ausreichen, die im Kinderwunschzentrum erfolgt. in anderen Fällen ist eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) notwendig, die ambulant oder auch stationär in der eigenen Universitätsfrauenklinik erfolgen kann.

Diese aufwendigeren Untersuchungen erfolgen aber meist erst dann, wenn beim Partner eine Samenanalyse erfolgt ist. Denn in der Regel ist eine Untersuchung der Eileiter nur dann sinnvoll, wenn der Partner fruchtbar ist.

Untersuchungen beim Mann:

Samenanalyse:

Für die Untersuchung der Fruchtbarkeit des Mannes erfolgt eine Samenanalyse, in der die Anzahl, Beweglichkeit und Form der Samenzellen im Ejakulat untersucht werden. Für diese Untersuchung gibt es international gültige, standardisierte Verfahren der Weltgesundheitsorganisation (WHO), nach denen wir die Samenanalyse durchführen.

Wenn möglich, sollte das Ejakulat in den Räumlichkeiten des Kinderwunschzentrums gewonnen werden. Wenn der Weg zu Klinik weniger als eine Stunde entfernt ist, kann die Samenprobe aber auch zu Hause gewonnen werden.

Bei Auffälligkeiten in der Samenanalyse oder bei sexuellen Funktionsstörungen bitten wir darum, dass eine weitere Untersuchung beim Urologen erfolgt. Durch die Untersuchung der Geschlechtsorgane Hoden, Nebenhoden, Samenleiter oder Prostata können unter Umständen Ursachen für Veränderungen im Ejakulat gefunden werden. Manchmal erfolgt des Weiteren auch eine Blutentnahme zur Hormonbestimmung oder eine genetischen Untersuchung.

Was Sie  zum Erstgespräch mitbringen sollten:

Frau (wenn vorhanden):

Mann und Frau:

Letzte Änderung: 23.05.2019 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
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